Treibstoff Streuobst

Wenn es die Streuobstwiese nicht gäbe, man müsste sie erfinden. Viel- mehr Naturschutz auf kleinstem Raum geht nicht. Ackerhummeln, Wildbienen und Schmetterlinge wie der seltene Admiral haben hier ihr Zuhause. Nicht zu vergessen Kröten, Frösche, Igel... Dabei war die Streuobstwiese früher nur ein Obstgarten mit locker gesetzten hochstämmigen Apfel- und Birnbäumen, die nah und weit verstreut um Gehöfte oder Dörfer standen. Es ging um die Nahversorgung und um Grünfläche für die Kühe. Oder ums Heu. Vor 100 Jahren wollte man es dann besser machen: weniger Obstsorten, mehr Plantagen. Rationalisierung. Als die Streuobstwiese wieder in Ehren kam, wurden tot- geglaubte Regionalsorten wie die Gute Graue (Birne) oder der Kohlbacher Apfel neu entdeckt und von baumkundigen Brennern gerettet. Heute werden Jahr für Jahr neue Obstgärten angelegt. In Deutschland gibt es um die 400000 Hektar Streuobstwiesen. Davon hat Baden-Württemberg mehr als ein Viertel.

Raum!

Auf der Streuobstwiese steht nicht alles dicht an dicht. Nicht nur die Früchte sind verstreut – wie hier die Äpfel – sondern auch die Bäume selbst. Der Platz dazwischen war häufig Heu- oder Weidefläche. Heute sind sie vor allem Lebensraum für unzählige Wildtiere!